Wildbienen im Jahresverlauf
Wildbienen folgen keinem festen Kalenderdatum, sondern der Phänologie — dem Entwicklungsstand der Vegetation. Jede Art fliegt nur in dem Zeitfenster, in dem ihre Pollenpflanze blüht. Über das Jahr verteilt ergibt sich daraus ein wandernder Bogen: Im zeitigen Frühjahr fliegen Pelz- und Sandbienen, im Mai erreichen die Frühlingsarten ihren Höhepunkt, im Hochsommer dominieren die Spezialisten an Korb- und Glockenblumen, und im Herbst bleibt die Efeu-Seidenbiene als letzte Generalistin übrig.
Diese Übersicht führt durch das Wildbienenjahr Monat für Monat. Jede Monatsseite zeigt, welche Arten gerade fliegen, woran du sie erkennst, welche Verwechslungen häufig sind und welche Garten- oder Balkon-Maßnahmen jetzt einen Effekt haben. Die aktiven Monate März bis Oktober sind online; November bis Februar ist Winterruhe ohne eigene Seite.
Monatsseiten
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Der Jahresbogen im Überblick
Die folgende Skizze ordnet die Hauptgruppen grob ein. Sie ersetzt keine ortsgenaue Bestimmung — sie zeigt nur, in welcher Phase des Jahres welche Familien typischerweise auftreten. Monate ohne eigene Seite werden Schritt für Schritt ergänzt.
- März — Auftakt. Frühlings-Pelzbiene, Gehörnte Mauerbiene, Weiden- und Aschgraue Sandbiene, Frühlings-Seidenbiene, Hummelköniginnen auf Nestsuche. → März-Seite
- April — Vielfalt-Schub. Rostrote Mauerbiene, Fuchsrote, Aschgraue und Rotschopfige Sandbiene, die ersten Kuckucksbienen (Wespenbienen). → April-Seite
- Mai — Frühlings-Peak. Der artenreichste Monat: Mauerbienen, mehrere Sandbienenarten, Mai-Langhornbiene, erste Furchenbienen. → Mai-Seite
- Juni — Höhepunkt. Wollbienen, Blattschneiderbienen, Gelbbindige Furchenbiene, Glockenblumen-Scherenbiene, Holzbiene, Hummeln in Vollbetrieb. → Juni-Seite
- Juli — Hochsommer-Spezialisten. Löcherbienen, Sechsbinden-Furchenbiene, die Megachilidae auf ihrem Peak, oligolektische Korbblütler-Sammler. → Juli-Seite
- August — Spätsommer. Wegwarten-Hosenbiene, Blutweiderich- und Zahntrost-Sägehornbiene, späte Wollbienen und Furchenbienen, erste Hummel-Jungköniginnen. → August-Seite
- September — Herbstbeginn. Die Efeu-Seidenbiene als spätester Neuzugang, dazu späte Hosenbienen, Furchenbienen und langlebige Hummelvölker. → September-Seite
- Oktober — Ausklang. Fast nur noch die Efeu-Seidenbiene am blühenden Efeu sowie vereinzelte Hummeln an milden Tagen. → Oktober-Seite
- November–Februar — Winterruhe. Fast alle Arten überwintern als Larve, Puppe oder begattete Jungkönigin in Stängeln, Totholz und im Boden. Nur an sehr milden Tagen ist vereinzelt eine Hummel oder Honigbiene kurz unterwegs. Eigene Monatsseiten gibt es dafür bewusst nicht — die beste Schutzmaßnahme ist, den Garten in Ruhe zu lassen.
Warum Phänologie statt Kalender
Ein fester Kalender wäre irreführend: In einem warmen Frühjahr verschiebt sich der gesamte Bogen um zwei bis drei Wochen nach vorn, in einem kalten nach hinten. Verlässlich bleibt nur die Reihenfolge der Arten und ihre Kopplung an bestimmte Blüten. Deshalb arbeiten Fachleute mit phänologischen Markern — «mit der Apfelblüte», «wenn die Glockenblumen aufgehen», «mit der Lindenblüte» — statt mit Datumsangaben. Die Monatsseiten benennen diese Marker jeweils mit.