Arten-Steckbriefe
Wildbienen-Arten in Deutschland
Deutschland hat über 580 Wildbienen-Arten — von der staatenbildenden Honigbiene bis zu winzigen Masken- und Blutbienen. Die allermeisten leben solitär, nicht im Volk; knapp die Hälfte steht auf der Roten Liste der Bienen Deutschlands (Westrich et al.) und ist durch Lebensraumverlust bedroht. Hier sammeln wir die Steckbriefe der häufigsten und markantesten Arten, gegliedert nach den sechs heimischen Bienen-Familien (Anthophila). Jeder Steckbrief zieht Live-Funddaten aus GBIF, nennt belegte Verwechslungsarten (Westrich 2018) und verlinkt wissenschaftliche Quellen — kein Bestimmungsbuch-Geschwätz, sondern nachprüfbare Daten.
Echte Bienen, Hummeln & Holzbienen
Apidae
Westliche Honigbiene
Apis mellifera
Die staatenbildende Nutzbiene — einziger Sozialstaat, der als Volk überwintert.
Dunkle Erdhummel
Bombus terrestris
Häufigste Hummel; weiße Endbinde, Komplex mit lucorum/magnus nur mikroskopisch sicher trennbar.
Ackerhummel
Bombus pascuorum
Orange-braune „Carder"-Hummel; schwarze Haare zwischen den braunen am Hinterleib.
Steinhummel
Bombus lapidarius
Schwarz mit rotem Hinterleibsende; Körbchenbehaarung schwarz (vs. rötlich bei ruderarius).
Gemeine Pelzbiene
Anthophora plumipes
Früher Frühlingsflieger (März/April), schwirrend, mit langer Zunge an Lungenkraut.
Blauschwarze Holzbiene
Xylocopa violacea
Größte heimische Biene; blauschwarz mit violett schimmernden Flügeln, nistet in Totholz.
Langhornbiene
Eucera longicornis
Männchen mit körperlangen Fühlern; an Schmetterlingsblütlern (Wicken, Platterbsen).
Blaue Keulhornbiene
Ceratina cyanea
Winzig, glänzend metallisch-blau, fast unbehaart; nistet in markhaltigen Stängeln.
Bauchsammler: Mauer-, Woll-, Scheren- & Kegelbienen
Megachilidae
Rote Mauerbiene
Osmia bicornis
Häufigster Nisthilfen-Gast; rostbraun behaart, verschließt Niströhren mit Lehm.
Garten-Wollbiene
Anthidium manicatum
Gelb-schwarz, wespenähnlich; Männchen größer als Weibchen und stark territorial am Ziest.
Glockenblumen-Scherenbiene
Chelostoma rapunculi
Schlank-walzenförmig, schwarz; streng oligolektisch an Glockenblumen (Campanula).
Kegelbiene
Coelioxys inermis
Kuckucksbiene mit spitz-kegelförmigem Hinterleib; Brutparasit von Blattschneiderbienen.
Sandbienen
AndrenidaeFurchen-, Schmal- & Blutbienen
Halictidae
Gelbbinden-Furchenbiene
Halictus scabiosae
Erste Tergit-Binde deutlich breiter als die folgenden; im Süden ausbreitend.
Schmalbiene
Lasioglossum sexnotatum
Helle Haarbinden am Hinterrand der Segmente (apikal) — Gattungsmerkmal gegen Halictus.
Riesen-Blutbiene
Sphecodes albilabris
Größte Blutbiene; glänzend, fast unbehaart, blutroter Hinterleibsansatz — Kuckucksbiene.
Seiden- & Maskenbienen
ColletidaeSägehorn-, Hosen- & Schenkelbienen
Melittidae
Luzerne-Sägehornbiene
Melitta leporina
Oligolektisch an Schmetterlingsblütlern (Luzerne, Klee); spät im Sommer.
Hosenbiene
Dasypoda hirtipes
Weibchen mit riesigen orangen Sammelbürsten an den Hinterbeinen („Hosen"); Sandhabitate.
Auen-Schenkelbiene
Macropis europaea
Sammelt Blütenöl ausschließlich am Gilbweiderich (Lysimachia); feuchte Standorte.